Sonntag, 28. August 2016

Suicide Squad

OT: Suicide Squad | 122 Min | FSK 16 |
R: David Ayer | USA 2016
VÖ: 18.08.16 (Kino)
© Warner Bros. Germany
oder: Hotpants Fukalot v DigiWitch DeadCorpse: Dawn of Task Force X

Was bis vor einigen Jahren, noch eine Exklusiv-Prämisse bei Primark-Ausverkäufen war, wird jetzt auch auf der Leindwand absurde Realität: Versoffen- und verdrogte Ganoven mit Teil- oder Vollzeitklatsche prügeln sich quer durch die Stadt. Nachdem diverse Werbekampagnen die Film abwechselnd als frechen Antihelden-Actionfilm, dramatischen Batman-Ableger und dann als Schwanzvergleich mit Superkräften verkaufen wollten, liegt die Wahrheit, wie so häufig, wohl irgendwo dazwischen. Weil ich aber per se ein neugieriges Menschlein bin und voll Bock auf DC Popcornmovies habe, war mir auch das ganze Gehate um Jared Letos neuen Joker egal und ich hab mich in den Kinosessel fallen lassen... auch um darüber nachzudenken, ob ich es das DCU, DCCU oder das DCEU nennen soll. DC selbst nennt es übrigens das DC Extended Universe.

Suicide Squad* knüpft zwar nicht nahtlos an Batman v Superman: Dawn of Justice [Review] an, spielt aber zeitlich unmittelbar danach und nimmt das ein oder andere Mal Bezug auf dessen Ereignisse bzw. dessen Figuren. Als Strippenzieherin wird uns zu Beginn Amanda Waller (Viola Davis) vorgestellt, die beim Abendessen, ihre Wunschkandidaten für das Task-Force-X-Programm den Mitgliedern des Verteidigungsministeriums vorstellt. Phrasen wie "die Schlimmsten der Schlimmsten" usw. kann ich nicht ernstnehmen, denn blöde Arschlöcher mit guter Auge-Hand-Koordination a la "Captain Boomerang" findest Du mittlerweile auch auf der Gamescom an jeder zweiten Ecke. Und bekloppte Flintenweiber mit Ed-Hardy-Fetisch, gibts in Berlin im Dutzend zum Sparpreis. Ungeachtet dessen, ist der Gedanke der Task Force X durchaus nachvollziehbar. Günstige Superschurken mit optionaler Sündenbockfunktion wären sicherlich für den einen oder anderen Staat sicherlich auch in der Realität attraktiv.

Aber wie, ja wie sollen denn Schurken, insbesondere solche wie der Joker, Harley Quinn, der Menschigator Killer Croc oder auch solche ruchlosen Schweine wie eben jener Captain Boomerang, sich voll entfalten können, wenn sie in den (gebundenen) Händen von Regisseur / Autor David Ayer zu fast schon kinderfreundlichen Karikaturen ihrerselbst werden? Dabei hat Ayer doch mit den Büchern zu Street-Level-Action-Dramen wie Training Day* und End of Watch* bewiesen, dass er ein Händchen für die Umkehr von Justiz und der Pervertierung der Exekutive hat. Offensichtlich schwang hier der Drang mit, eine Actionkomödie an denn Mann zu bringen, die in ihrer "personellen" Besetzung den Avengers* nicht unähnlich ist. Und so gern ich es anders gesehen hätte, ist es doch Fakt, dass die Meta-Wesen-These nicht über die aufkeimende Fremdscham hinweghilft, die aufkommt, wenn Rick Flagg beiläufig erklärt, dass das Schwert seiner maskierten Leibwächterin "Katana" die Seelen der Getöteten in sich aufnimmt. Die Backstory um Katana und das Soultaker-Sword ist eine der interessanteren des DCEUs und ich möchte unbedingt mehr davon sehen, aber zusammen mit dem völlig beliebigen CGI-Hexen-Monster und der x-ten Menschheitvernichtungsmaschine aus dem Superschurkengrabbelladen, wirkt es erneut so, als wollte DC hier mit Gewalt (buchstäblich) etwas etablieren, was Branchenkonkurrent Marvel eben häppchenweise über eine Dekade hinweg unter die Superheldenschonkost rühren konnte: Magie. Vielleicht wäre es doch für alle sinniger gewesen, diese Ex-Schurken-jetzt-Antihelden auf eine Mission zu schicken, bei der es nicht gleich darum geht die Welt zu retten, sondern einfach nur einen anderen Superschurken um die Ecke zu bringen.

Fazit

Wie bei allen Filmen dieses Leinwanduniversums bisher, bleibt der Betrachter hier mit einem faden Beigeschmack zurück. Während Will Smith erstaunlich gut in die Rolle des Auftragskillers "Deadshot" passt und Jaret Leto einen seltsam befriedigend-mafiösen Clown Price of Crime abgibt, verschenkt Suicide Squad viel Potential durch den Unwillen der Produzenten, "die Schlimmsten der Schlimmsten" in einem R-Rated-Movie auch schlimme Dinge tun zu lassen. Aber eben das ist bereits für eine Fortsetzung angekündigt und ich persönlich freue mich drauf. Was ich mir persönlich bis dahin sicherlich zugelegt haben werde, ist der Suicide Squad OST*, denn den finde ich persönlich ja ein bisschen dolle geil.

In diesem Sinne, 
MichSelbstCaptainMikadostäbchenNennendes Cheerio und viel Spaß bei Eurem nächsten Kamikaze-Ausflug

Euer Rob

PS
Eine für mich persönlich coolere Variante des Task-Force-X-Stoffes, ist der animierte Film Batman - Assault on Arkham*. Hier sollen Dead Shot, Harley & Co. im Arkham Asylum einbrechen und im Auftrag Wallers einen bestimmten Superverbrecher mundtot machen. Der Film gehört in "Batman: Arkham"-Kontinuität und schlüpft zeitlich in die Lücke zwischen den Games Arkham Origins* und Arkham Asylum*. An dieser Stelle eine klare Empfehlung ;)

Trailer zu Suicide Squad 


Quelle: YouTube / KinoCheck

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Kommentare:

  1. Antworten
    1. Gleich 2x? Na, wenn das mal kein gutes Zeichen ist ;)
      In diesem Fall sage ich "dankeschön" und gleich nochmal "dankeschön".

      Ahoi und liebe Grüße

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Kann mich da meinem Vorredner anschließen, der Beitrag gefällt mir gut, der Film allerdings nicht so. Naja, eigentlich schon, allerdings waren die Erwartungen an den Film dann doch höher, als der Film an sich.

    Viele Grüße!

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    1. Das ist sicherlich ein häufiges Problem, mit der modernen Marketing-Maschinerie ;)

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  4. Es ist ein "lockerer" Film anzuschauen, aber nach dem Film war ich ein bisschen verwirrt haha. Könnte viel besser sein.
    LG
    Nelly

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    1. Hallo Nelly,

      "locker" ist auch mal interessant, als Kriterium für einen Film. Es ist Popcorn-Entertainment, absolut. Wie auch MAN OF STEEL und BATMAN V SUPERMANN kränkelt der Film vor allem an der fragwürdigen Motivation des Schurken. Warum muss denn heutzutage jeder irgendwas in den Himmel pusten? :D

      LG,
      Rob

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