Gedanken zu Conjuring, deutschen Krimis und Shared Universes
Es ist verrückt, wie gut einige Franchises funktionieren und wie schlecht dagegen andere. Komme gerade aus The Nun, einem weiteren Beitrag zum „Conjuring“-Universum. Und jetzt frage ich mich, warum es eigentlich noch kein Shared Universe im deutschen Markt gibt. Besonders im TV gäbe es da einige Varianten. Folgend ein paar Gedanken dazu.
Bei Conjuring fing der Rummel 2013 an, mit der gleichnamigen – nun sagen wir mal angenommenen Adaption, einiger Eskapaden der selbsternannten Spukjäger Ed und Lorraine Warren. Deren erfundenen Tatsachenberichte lieferten bereits Futter für zahlreiche Amityville-Horrorfilme. The Conjuring* ist im weitesten Sinne ein besserer Exorzismus-Film, wie ihn der Markt eigentlich nicht mehr braucht. Aber Regisseur und Produzent James Wan leitete bereits 2010 die Renaissance des Polter-Geister-Haus-Films ein, mit Insidious* und einer Mischung aus tradierten Gruselelementen (Nebel, quietschende Türen, etc.), einprägsamen, aber ebenso von Horror-Archetypen entlehnten Gruselfiguren – und Jumpscares. Reichlich Jumpscares. Diese Formel zieht sich auch durch die Filme des Conjuring-Franchises.
Ich stand eben im Bahnhofsbuchhandel – es dürfte keine anderen geben! - und hielt den zweiten Band der Serie LDH – Liga Deutscher Helden in den Händen. Und anders als Jörg Buttgereits Captain Berlin ist diese Reihe als ernstgemeinter Beitrag zum Superhelden-Genre erschienen. Keine Persiflage auf Superman & Co. Keine Satire auf Deutschlands Vergangenheitsbewältigung.
Die LDH ist eine Schwester der österreichischen Serie ASH – Austrian Super Heroes. Verdammt, selbst in puncto Comics klingen wir irgendwie nach "§52" und "Draußen nur Kännchen". Dabei stelle ich mir die Frage, ob Germany überhaupt einen Superhelden handlen kann. Oder schwebt die WWII-Historie noch immer bleiern über der Kunst? Sprich: Dürfte Captain Germany etwas anderes sein, als die getuschte Entschuldigung für unsere Kriegsverbrechen? Dürfte ein Held, eine Heldin – nein, dürfte ein deutscher Held, eine deutsche Heldin als "Übermensch" bezeichnet werden – Bei Superman ist das Gang und Gebe – ohne dabei knirschende Erinnerungen an die Rassenideologien des Dritten Reiches zu erinnern/ erinnert zu werden.
oder:Pym's Eleven / Honey, I Shrunk the Plot / Ants in the Pants / Avenger's Midquel / / ANThony / Scott Lang vs The World Macrophotography 101
[Prolog | Ihr habt ja genauso Bock auf Avengers wie ich. Hört auf, Euch zu beklagen über generische Helden, vorhersehbare Stories und uninspirierte Charakterplakate. Spätestens wenn Captain America: Civil War nächstes Jahr ins Kino kommt, steht auch Ihr wieder hibbelig an der Kasse und versucht, der Bedienung lässig eine Karte für "Civil Whhooa" rauszuleiern, oder für "Hier Captain Irgendwas - ich guck sowas ja eigentlich nicht, aber meine Freunde haben mich überredet, tzz. Kann man ja nur hoffen, dass die die Story aus den Comics... die ich eigentlich auch nicht lese". Völlig überflüssig dieses Herumgestammele. Noch immer beobachte ich, dass Männern gerne eine gewisse kulturelle Inkompetenz zugesprochen wird, wenn sie sich dem Effektkino widmen, während Frauen wie selbstverständlich als cool, aufgeschlossen etc. kategorisiert werden. Abstrakt. Rückständig. Es ist in gegen Mainstream zu wettern, gegen Effektkino und es ist out sich für irgendwas richtig begeistern zu können, weil es dann nicht mehr differenziert betrachtet wird. Ich kann mich für einige Dinge begeistern und mache da mittlerweile keinen Hehl mehr draus. Ich liebe das MCU. Vom allerallerbesten Iron Man* über den dümmsten Plottwist in Iron Man 3* bis hin zu Magischer-Hammer-an-Garderobe-häng-Szenen in Thor - The Dark Kingdom*. Ich freue mich ganz legal auf die neue Staffel Daredevil und habe Agent Carter geliebt - auf filmischer Ebene (aber sie hätte es auch gewollt). Und Herr Gott, ich freue mich sogar drauf, Spider-Man in Marvels Cinematic Universe begrüßen zu dürfen.
Die Filme sind weder fehlerfrei, noch halten sie sich immer getreu an die Vorlage? AB.SO.LUT egal. Ausgabe pupsundachtzg von HasteNichGesehnMan ist vermutlich auch nur eine von mehreren Interpretationen des Themas. "Warum sind die anderen Helden nicht da, wenn bei XY was passiert?" Wat weiß ick. Vielleicht haben die gerade ein Müsli oder machen die Toilette sauber - irgendwas ist doch immer. Die Frage stellt sich nie einer bei den Comics. So, unabhängig davon war ich zur Ant-Man-Vorpremiere ... UND HAB MICH GANZ GANZ DOLLE DRAUF GEFREUT ... auf das ganze *whoosh* und *pewpewpew* und *whaaaat* ...]
[Prolog | Die mächtigsten Helden auf Marvels Bankkonto sind wieder da! Das war Anlass genug für mich, nach Leipzig zu düsen und der Pressevorführung beizuwohnen. Keine Sorge. Mit heiteren Anekdoten über meinen Aufenthalt dort will ich Euch nicht langweilen. Auch nicht mit der Hinfahrt um 6:00 Uhr morgens, der Absage einer Mitfahrgelegenheit und der damit verbundenen Panikattacke oder den Fakt, dass ich bei zwei Kollegen in die Kamera murmeln durfte. Nur einen kleinen Dialog muss ich mal preisgeben, welcher direkt vor dem Saal, 20 Minuten vor Beginn stattgefunden hat:
Kollege: Und wo kommst Du her? - Ich: Magdeburg.
Kollege: Ach, gar nicht hier aus Leipzig? - Ich: Nee, aus Magdeburg.
Kollege: Und warum bist Du dann hier? - Ich: Berlin war mir zu weit.
Es ist vielen - mir inklusive - ein Rätsel, weshalb Magdeburg bei Pressevorführungen dermaßen sträflich übergangen wird. Und ehrlich: Das mit Tokyo Hotel kann uns doch keiner mehr übel nehmen! ]
Es gibt nicht viele Dinge, auf welche die Welt wirklich gespannt wartet. Friede auf Erden? Ein Märchen! Lochfreie Socken? Ein Mythos! Der neue Avengers-Film? REALITÄT! Ab 23. April gehen Iron Billionaire, Captain Nazihunter, Professor Stressless, Natasha Sex'em'up und Kolleg_inn_en wieder auf Tour. Es darf wieder gekloppt werden, geschossen, geschmissen, geknutscht, gestaunt, und gefummelt... und das alles nicht nur im Kinosaal. Hier kommt der Review zu Avengers: Age of Ultron...
Ich bin Groot. Ich bin Groot Ich bin Groot Ich bin Groot Ich bin Groot. Ich bin, Groot Ich bin Groot. Ich bin Groot Ich bin Groot. Ich bin Groot Ich bin Groot Ich bin Groot. Ich bin Groot Ich bin Groot Ich, bin Groot Ich bin Groot. Ich bin Groot Ich... bin Groot.
Phase Zwei hat begonnen.Iron Man 3(Review) hat sie eingeläutet. Die Avenger-Initiative wurde gestartet, die erste Alien-Invasion besiegt und Schritt für Schritt erfahren wir von weiteren kosmischen Gefahren, TV – Serien zum Thema und auch Captain America macht sich schon für seinen zweiten Einsatz fertig. Kurz: Marvels Cinematic Universe wächst und wächst. Unsere Lieblingsfamilie um Thor, Odin und Loki, mit Shakespeareattitüde, aus Asgard rüstet sich indes, gerne auch mal abseits von Mutter Erde, zum Sturm auf die (Arschloch)Dunkelelfen. Für Euch bin ich im Kinosaal meines Vertrauens eingeschlagen und weiß nun schauerliches zu berichten!
Story
Bevor das Universum existierte (!) gab es schon mufflige Spitzohren. Quasi Arschlöcher älter als die Zeit selbst. Odins Vater besiegte die Armee der Dunkelelfen und dessen Anführer Malekith – DACHTE er zumindest. Dieser kehrt nun zurück um mit Hilfe des Äther das Universum auf null zurückzusetzen. Das sich nun gerade dieser Äther Thors Schwarm Jane Foster (Natalie Portman) ausgesucht hat um sich einzunisten, kam den Drehbuch autoren gelegen, denn so hat Thor wenigstens einen Grund seinen Vater zu hintergehen, Loki darf wieder herumintrigieren und Special Effekts mit viel Kabumm dürfen abgefackelt werden.
Review
Thor - The Dark Kingdom hat es nicht einfach. Er ist in Deutschland weniger kultig als Iron Man oder Hulk und muss damit leben, dass man ständig nach Fan-Service für Avengers-Hungrige giert. Gleichzeitig soll aber die Figur mit eigenen spannenden Geschichten etabliert werden.
Doch zunächst die kurze Fachsimpelei. Es gab Momente bei denen der 3D-Effekt super war - ab dem Abspann - vorher leider sinnvoll wie ein Hörspiel für Taubstumme. Kulissen, Waffen und Soundeffects scheint man sich dezent bei Star Wars und Star Trek Into Darkness geliehen zu haben.
Der Schnitt war weniger hektisch als erwartet und mein Flehen und Rufen scheint erhört worden zu sein, denn glücklicherweise wird hier die Naheinstellung nicht tot geritten.
Was an Fantasy oft auffällt ist "diese eine Waffe", welche IMMER "stärker ist, alles was Du bisher kanntest". Diese Dragonball Z Mentalität ist oft frustrierend, weil sie die vorangegangenen Filme plötzlich wie Zelluloidkrümel neben einer Filmrolle aussehen lassen und mit völlig unhaltbaren Katastrophen drohen. (Ist es ein Spoiler, wenn ich sage, dass die versprochene Auslöschung der Existenz nicht stattfinden wird!?) Was den, stark konstruiert wirkenden, Storybrei ordentlich aufpeppt, ist Humor. Hier legt Thor - The Dark Kingdom noch einmal eine Schippe drauf. Spätestens, wenn Erik Salvig (Stellan Skarsgard) ohne Hose anfängt in der Gegend herumzulaufen, darf gekichert werden und die Bedrohung durch Dunkelelf Killefitz...ähm...Malekith (Christopher Ecclestone: Doctor Who) wirkt einmal mehr wie eine absolut übertriebene Effektmacherei.
Fazit
Hinter T(h)or 2 verbirgt sich nicht der Sequel-Zonk! Es ist aber auch kein Hauptgewinn. Vielmehr befindet sich in dem grünen Umschlag eine sympathische Komödie mit RomCom-Anleihen während im roten Umschlag(hang) Fließbandfantasy mit üppigen Schauwerten wartet und dem Rezensenten das Leben schwer macht, denn man möchte ihn mögen.
P.s.: Kann jemand vielleicht mal anfangen wieder originelle Plakate zu entwerfen? Vergleicht mal Thor 2 mit Iron Man 3.
In diesem Sinne,
DynamoAnHammerHaltendes Cheerio und viel Spaß bei Eurem nächsten Film
Die durchaus begründete Angst vor Guy
Pearce und superlativen Viren
The Avengers war
nicht nur der Höhepunkt von Marvels Cinematic Universe
Phase One – und bescherte
nebenbei einigen Fans nasse Captain America – Boxershorts – nein,
er sorgte auch dafür, dass möglichst viele Franchises weiterhin am
Leben bleiben. Der TV-Ableger Agents of S.H.I.E.L.D.
steht in den USA bereits in den Startlöchern und die Fortsetzungen
Thor – The Dark Kingdom
und Captain America – The Winter Soldier
sorgen für neue Gehirn-Schonkost aus der Superheldenküche. Iron
Man 3 läutet Marvels zweite
Phase ein. Wie? Um das herauszufinden habe ich mich in das
Headquarter meines Stammkinos begeben...
Story
Monate
nach der Alien-Invasion (The Avengers) bastelt das
sympathische Großmaul, Multimill...irgendwas und Held aller
Informatikstudenten Tony Stark alias Iron Man an Mark 42 seiner
Rüstung. Und wäre die ständige Nörgelei von Zuckerschnute Pepper
Potts (Gwyneth Paltrow) nicht genug, plagen den Genius auch noch
Alien-Kriegstraumata. Gerade zum falschen Zeitpunkt, denn nun betritt
auch noch der Orangenmann...ähm der Mandarin die
Medienbildfläche und schulmeistert als Osama 2.0 nicht nur viele
Menschen in den Tod, sondern auch Zuschauerliebling Happy Hogan
(Produzent & Comic Relief Jon Favreau) ins Koma. Stinksauer
und mit der vollmundigen Ankündigung der „guten alten Rache“
zieht Tony Stark in einen persönlichen Feldzug gegen den Mandarin,
AIM und Aldrich Killian samt seiner Extremis-Mutanten.
Review
Neuer
Regisseur. Neuer Abschnitt. Neue Ideen. Shane Black hat das
Regieruder frisch von Jon Favreau übernommen. Was heißt das für
uns als Zuschauer? Die Trailer mit der epischen Musik und den
dramatischen Zeitlupen verhießen düsterere Zeiten für Fans – zur
Zeit DAS Allheilmittel, auch gerne ohne ersichtlichen Grund (siehe
The Amazing Spider-Man).
Ähnlich wie bei The Dark Knight Rises
soll uns ein gefallener Held präsentiert werden der sich seiner
Sterblichkeit stellen muss, um dann wie Phoenix aus dem Aschenbecher
zu steigen. Shane Black ist sicherlich nicht weniger begeisterter
Iron Man Fan als Favreau. Er hatte Einfälle. Wahnsinnig viele
Einfälle. Oh Gott, Black, hattest Du viele Einfälle. Extremis,
A.I.M., Iron Patriot,
Mandarin – alles
Worte welche dem Comicfan ein Glitzern in die viereckigen Augen und
die ersten Lusttropfen auf die Kinokarte zaubert, ist im Script
vertreten – plus einem Schuss Sozialkritik. Schwer. So nobel die
Ansätze auch sind, so unbefriedigend sind die Ergebnisse. Man freut
sich auf War Machine / Iron Patriot
– Action und bekommt zehn Minuten Screentime. Man ist völlig
euphorisch DIE Nemesis schlechthin – Mandarin (wie immer begnadet:
Sir Ben Kingsley) erleben zu dürfen und plötzlich SPOILER SPOILER
SPOILER SPOILER SPOILER AUFREG ABKOTZ UNFLÄTIGEBEGRIFFESCHREIB. Die
Audience wird angeteasert und dann fallen gelassen. Wer nun
befürchtet angesichts der schweren Themen Tod, Vernichtung,
Verderben, komatöse Moppelchen und Panikzustände würde Tony Stark
der Humor abhanden kommen: MITNICHTEN. Im Gegenteil – Downey Jr.
schmettert einen Oneliner nach dem anderen. Diese wirken nicht mehr
ganz so locker flockig wie im ersten Teil, aber zum spontanen laut
losschmunzeln reicht es allemal. Ob es eine sinnvolle Entscheidung
war, die Iron Man Suits ähnlich einem Legobaukasten permanent
auseinanderfliegen und wieder zusammenklacken zu lassen möchte ich
hier offiziell anzweifeln. Es sieht cool aus, ja (auch wenn die CGI
in manchen Einstellungen überdeutlich als solche zu erkennen ist),
aber eröffnet eine ganze Batterie an Logiklöchern die man abfeuern
könnte. Durch das Extremisvirus kommen außerdem Protagonisten ins
Spiel, welche einen x-menartigen Ton anschlagen und damit Teil 1 und
2 - welchen ein so herrlich geerdeter Technikfetisch inne wohnte –
komplett konterkariert. Plötzlich sehen wir feuerspeiende Menschen –
bei Iron Man noch
undenkbar – und nachwachsende Körperteile. Doch da ist Iron
Man 3 auch nur das Kind seiner
Eltern und die sind zum einen The Avengers,
ein Film der die Welt von Tony Stark um die Komponente Fantasy
erweitert hat. So muss man Iron Man 3
vielleicht auch eher als Avengers 1.5 sehen. Der Regisseur hat
bewiesen, dass er die eiserne Materie kennt. Lob. Ein direkter
Vergleich mit Iron Man 1 & 2
wäre unfair – zumal er diesem auch nicht standhalten könnte, egal
wie viel autonom agierende Suits er ins Rennen schickt. Dass man Tony
Stark nun partout irgendwelche Sidequestwehwehchen andichten muss
(Blutvergiftung, Sinneskrise) und er deshalb immerzu deplaziert und
albern wirkende Panikattacken schlechtspielt stößt einem zu recht
sauer auf.
Fazit
Nette
Fortsetzung zu The Avengers, ungewohnte Fortsetzung zu Iron
Man. Mittlerweile haben wir begriffen, dass er ein innerlich
zerrütteter Weltverbesserer und ein gottverdammtes Genie ist – der
Versuch das Rad neuzuerfinden ist so sinnvoll wie ein A****loch am
Ellbogen. Statt die Story sinnvoll nach vorne zu bringen, beatmet man
das Franchise künstlich mit Ideen um den Fans den Weg zu Avengers
2 etwas angenehmer zu gestalten.
Iron
Man 3 ist ein filmisches Placebo. Sieht aus wie Iron Mani,
hat die gleichen Darsteller wie Iron Man, schmeckt sogar so –
hilft aber nur wenn man dran glaubt.
In
diesem Sinne,
pepperpottsvernaschendes Cheerio und viel Spaß bei Eurem nächsten Film